Jedes Jahr aufs Neue erreicht mich meine ganz eigene Interpretation dieses Liedes. Die Menschen reden von Weihnachten, es riecht nach Lebkuchen und Glühwein, unübersehbar in den Fenstern mancher, meinen diese bunte Leuchten im Sekundentakt wechseln zu lassen um damit angebliche Weihnachtsstimmung zu erzeugen und bei mir klingelt nur eins: nämlich die Alarmglocken und das auch alles andere als süß. Wer kriegt was von wem und für wen ist das ganz bestimmte mal so gar nichts. Mit wem muss ich wie über was reden und bei wem darf ich sein und bei wem muss ichs? Weihnachtsstress, der die Skala sprengt, auf welcher ich ihn messen will. Nicht zuletzt durch mich selbst verursacht. Natürlich ist mir sehr wohl bewusst, dass es nicht besonders clever ist am Morgen des Heiligen Abend noch das ein oder andere- vielleicht aber auch alle- Geschenke zu besorgen. Und natürlich ist mir auch sehr wohl bewusst, dass man für das ein oder andere- vielleicht aber auch für alle- Geschenke den ein oder anderen Cent im Portmonaie benötigt. Von der Zeit wollen wir gar nicht erst sprechen, die macht eh was sie will. Ignoranz ist immernoch das beste Mittel jeglichen Auseinandersetzungen -auch denen mit sich selbst- aus dem Weg zu gehen. Hat immer irgendwie geklappt, wird auch diesmal klappen. Denk ich mir…
Und in meiner vollkommen überstürzten und ignoranten Euphorie kommt es dann soweit, dass ich eine Woche vor Heiligabend, völlig unüberlegt, nach der Arbeit, gegen 19 Uhr in Richtung Innenstadt marschiere. (Ich hab gehört, dort soll man besonders häufig auf diese potentiellen Weihnachtsgeschenke treffen) In der Stadt war ich schnell dank meines flotten Ganges, in der Stadt selbst allerdings vergaß ich, wie man sich per pedes fortbewegt, denn ich wurde geschoben, gedrückt, gezogen und geschubst. Zeitweise hatte ich nichtmal mehr das Gefühl, dass meine Füße den Boden berührten. Für die Geschenksuche suchte ich mir nur die Läden aus, die von außen noch recht überschaulich aussahen. Manche behaupten, dass sei vielleicht auch der Grund dafür, dass meine Suche in einer reinen Verzweiflung endete, aber das sei mal dahin gestellt… Ich meine, selbst die Läden, die ich von außen als leer erachtete, waren doch letztendlich auch überfüllt und selbst die Gier der Menschen konnte ich vorm Laden schon riechen: „Haben Sie noch….“, „Können Sie mir…“, „Hallo!!!“, „Ähm, Fräulein.“, „Sabine, bitte Kasse 1!“, „Ich möchte was umtauschen, UMTAUSCH“, „Stellen Sie mir n Guteschein aus?“, „Meins, meins, meins, ich wills, ich wills“, „Also ich brauch da mal ne Beratung…“, „Ich such was für meine Enkelin. „Hier bitte nicht mehr anstellen“, „Wie teuer sind die Kondo….“ Ach nee… Das war was anderes.
Wie dem auch sein, ein Weihnachtseinkauf ist und bleibt nichts für schwache Nerven. Auf jeden Fall hab ich jetzt gelernt, dass es keinen Unterschied macht, ob man eine Woche das schwerverdiente Geld zur Kasse trägt oder am Heiligen Abend selbst. Man geht so oder so mit leeren Tüten nach Haus. Was ich jedoch sagen kann ist, dass das Geld auf jeden Fall bereits schon schwerverdient worden sein sollte und so die ein oder andere Idee, die man vorher erarbeitet und mit zum Einkauf nimmt, das Ganze wohl erheblich erleichtern würde.
Damit im nächsten Jahr bei mir an Stelle der hektisch läutenden Alarmglocken, die Weihnachtsglocken süß klingen, habe ich mir etwas ganz besonderes einfallen lassen.
In diesem Sinne: 3…2…1…Meins!
Frohe Weihnachten!


















